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Verhaftung

Dringender Tatverdacht und Haftgrund


Die vorläufige Festnahme ist die Festnahme einer Person im Ermittlungsverfahren ohne richterlichen Haftbefehl. Sie ist eine vorläufige Maßnahme, die keine besondere Form benötigt. Voraussetzung für die vorläufige Festnahme eines Beschuldigten ist allerdings, dass der Beschuldigte auf frischer Tat getroffen oder verfolgt wird und er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann. Zu einer vorläufigen Festnahme ist jedermann berechtigt. Eine richterliche Anordnung bedarf es hierfür nicht.

Eine Untersuchungshaft hingegen darf nur angeordnet werden, wenn der Beschuldigte der Tat dringend verdächtig ist, ein Haftgrund besteht und der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gewahrt ist. Ein Haftgrund besteht, wenn auf Grund bestimmter Tatsachen die Feststellung getroffen werden kann, dass Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr besteht.

Dringender Tatverdacht besteht, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass der Beschuldigte Täter oder Teilnehmer einer Straftat ist.

Fluchtgefahr ist anzunehmen, wenn bei Würdigung der Umstände des Einzelfalles die Gefahr besteht, dass der Beschuldigte sich dem Strafverfahren entziehen werde. In der Praxis wird häufig eine Fluchtgefahr angenommen bei einem auffälligem Wohnungs- und Arbeitsplatzwechsel, der Verwendung falscher Namen oder Papiere oder der Flucht in einem früheren Strafverfahren Gegen die Annahme einer möglichen Fluchtgefahr sprechen in der Regel eine feste familiäre und berufliche Bindung, ein hohes Alter oder ein schlechter Gesundheitszustand. Eine Straferwartung kann für sich allein betrachtet die Fluchtgefahr nicht begründen.