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Strafbefehl

Summarisches Strafverfahren


Das Strafbefehlsverfahren ist ein „summarisches“ Strafverfahren, das eine Straffestsetzung ohne eine öffentliche Gerichtsverhandlung und Urteil ermöglicht.


Der Richter entscheidet allein nach der Aktenlage. Es wird beim Strafbefehlsverfahren auf eine weitere Erforschung des Falles in einer Gerichtsverhandlung mit Zeugenvernehmung, Sachverständigengutachten etc. verzichtet. Die beschleunigte Verfahrenserledigung wird insbesondere dadurch erreicht, dass es zur Bestrafung des Täters ausreicht, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht. Hinreichender Tatverdacht liegt vor, wenn nach der vorläufigen Beurteilung des Akteninhalts es als wahrscheinlich erscheint, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat.

Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zum Gerichtsverfahren. Denn in einem Strafgerichtsverfahren ist eine Bestrafung des Angeklagten nur dann möglich, wenn keine vernünftigen Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen. Das Strafbefehlsverfahren kann nur bei dem Vorwurf eines Vergehen angewandt werden, der mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe auf Bewährung bis zu einem Jahr geahndet wird.

Vorteil des Strafbefehlsverfahrens

Ein großer Vorteil des Strafbefehlsverfahrens ist, dass dem Mandanten eine öffentliche Gerichtsverhandlung mit der dadurch entstehenden schlechten Publicity und der seelischen Belastung erspart wird. Im Gegensatz zu den Kosten eines Gerichtsverfahrens sind die Kosten gering. Zudem bietet sich dieses Verfahren wegen seiner kürzeren Dauer an. Der Mandant erhält eine schnelle Entscheidung und hat damit schnell Gewissheit über die ihn treffende Strafe.

Im Strafbefehlsverfahren hat der Berater die Möglichkeit, mit den Ermittlungsbehörden Absprachen hinsichtlich der Strafhöhe zu treffen. Nach einem rechtskräftigen Strafbefehl kann daher die erneute Verfolgung des Mandanten wegen derselben Tat nur in den ganz engen Grenzen betrieben werden. Eine nachträgliche Berichtigung der Strafe ist nicht möglich.

Zu bedenken ist aber, dass nach Rechtskraft des Strafbefehls der Betroffene möglicherweise „vorbestraft” ist.