Steuerstrafverteidigung

Regelfall einer Steuerstrafverteidigung

Sie haben Post vom Finanzamt erhalten und sollen Ihre ausländischen Kapitaleinkünfte erklären ? Morgens um neu Uhr steht die Steuerfahndung vor Ihrer Tür und begehrt Einlass. Und Sie bekommen nur den dünnen und sehr kleinen Hinweis, dass ein Steuerstrafverfahren gegen Sie eingeleitet wurde. Wie soll ich mich verhalten, wenn die Steuerfahndung kommt?

Die Steuerfahndung

Durch die Steuerfahndung besitzt der Rechtsstaat ein wirksames Instrument, um die Steuerkriminalität zu bekämpfen. In der Presse ist allerdings immer wieder von Ermittlungen zu lesen, die den Eindruck erwecken wollen, die Steuerfahndung sei allgegenwärtig, sie dürfe alles und deshalb habe jeder, der steuerunehrlich ist, sie zu fürchten.

Die Darstellung in der Presse ist im Wesentlichen immer gleich: In dem Zeitungsartikel wird die Durchsuchung als wahres Horrorszenario beschrieben. Zumeist rückt darin morgens eine große Anzahl von Steuerfahndungsbeamten an und beschlagnahmt beim Betroffenen Akten, Unterlagen und Datenmaterial in Hülle und Fülle. Dabei werden drohend Konsequenzen in den Raum gestellt, wobei spektakuläre Einzelfälle prominenter Personen, die hohe Geldstrafen oder -auflagen zahlten, zitiert werden. Von der technischen Ausstattung und den Ermittlungsmethoden der Steuerfahndung wird ein Bild gezeichnet, das den Vergleich mit FBI oder CIA nicht zu scheuen braucht. Allerdings stößt die Steuerfahndung immer mehr an ihre Grenzen.

Rechtzeitig die Befugnisse der Steuerfahndung einerseits und seine Rechte andererseits zu kennen, ist daher für den Steuerpflichtigen unbedingt notwendig.

Unterlagen sammeln

Sie entscheiden sich, sich in einem Steuerstrafverfahren anwaltlich beraten zu lassen. Bereits im Vorfeld sollten Sie darauf achten, alle Daten und Unterlagen, (z.B. Verträge, Briefwechsel, Gesprächsnotizen), soweit noch vorhanden, die mit dem Verfahren zu tun haben, zu sammeln und sich den chronologischen Ablauf der Ereignisse zu notieren.

Notieren Sie sich dies in Stichpunkten. So ist sicher, dass Sie im Gespräch mit uns nichts vergessen. Bringen Sie lieber zu viele als zu wenig Dokumente mit — wir können dann immer noch entscheiden, welche davon wichtig sind.

Beratungsgespräch

In einem ersten Beratungsgespräch werden, außer bei besonders komplexen Fällen, bereits die wesentlichen Grundzüge des weiteren Vorgehens besprochen. Deshalb ist es wichtig, dieses Gespräch gut vorzubereiten. Machen Sie sich klar, was Sie erreichen wollen.

Sachverhaltsaufklärung

Im ersten Schritt bitten wir Sie um eine Schilderung der Ereignisse. Wir möchten dabei von Ihnen wissen:

Was ist passiert?
Welches Ziel verfolgen Sie mit der anwaltlichen Beauftragung?
Was haben Sie für Unterlagen bzw. Zeugen?

Es ist von großer Bedeutung, uns alle Ihnen bekannten Fakten vollständig zu nennen. Nur wenn wir alle Einzelheiten kennen, können wir die Erfolgsaussichten Ihres besonderen Falles realistisch einschätzen.

Wenn wir uns grundsätzlich einig sind, dass wir das Mandat übernehmen sollen, wird im nächsten Schritt geklärt, wie weiter vorgegangen werden soll. Wir werden Sie dann bitten, eine Vollmacht zu unterschreiben. Nur damit sind wir berechtigt, Sie zu vertreten. Grundsätzlich nehmen wir zunächst unter Vorlage der Vollmacht Akteneinsicht. Je nach Komplexität des Falls werden wir Ihnen nach Akteneinsicht darstellen, wie weiter vorgegangen wird. Falls hierfür zunächst eine Recherche und eine intensive Prüfung der Ausgangslage nötig sind, wird das weitere Vorgehen zu einem späteren Zeitpunkt abgestimmt.

Interessenwahrnehmung durch Faktendarstellung

Wir verfassen anschließend Schriftsätze, in dem die Faktenlage dargestellt und alle Argumente angeführt werden, die Ihre Position begründen.

Das Gericht bestimmt dann einen Termin für die Verhandlung. Bei der mündlichen Verhandlung werden Sie von uns vertreten. In der Verhandlung stellen die Beteiligten die Fakten aus ihrer Sicht dar und tragen die Argumente für ihre Position vor. Es kommt anschließend zu einer Beweisaufnahme: Hierzu werden Zeugen und/oder Sachverständigen geladen und angehört. Am Ende der mündlichen Verhandlung können die Beteiligten noch einmal Stellung nehmen.

Das Gerichtsurteil wird meistens direkt nach der mündlichen Gerichtsverhandlung nach einer Pause verkündet. Das Urteil ist daraufhin zu prüfen, ob eine Berufung oder Revision gegen das Urteil sinnvoll erscheint.