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Teilzeit

Verminderung od. Erhöhung der Arbeitszeit


Ein Arbeitnehmer kann für sich Teilzeit beanspruchen, wenn sein Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und der Arbeitgeber regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Ist dies nicht gegeben, kann die Arbeitszeit nicht reduziert werden.

Dazu muss der Arbeitnehmer mindestens drei Monate vor Beginn der geplanten Teilzeittätigkeit bei seinem Arbeitgeber einen Antrag auf Verminderung oder Erhöhung seiner Arbeitszeit stellen, der die gewünschte Wochenarbeitszeit enthalten muss. Es ist empfehlenswert, dass nicht nur die Wochenarbeitszeit angegeben wird, sondern auch die Verteilung der Wochenarbeitszeit.

Der Arbeitgeber muss nun bis spätestens eines Monats vor Beginn der Teilzeittätigkeit seine Ablehnung schriftlich erklären. Eine Begründung der Ablehnung ist nur dann erforderlich, wenn der Antrag aus der Elternzeit heraus gestellt wurde. Andernfalls gilt sein Schweigen als Zustimmung zur Änderung des Arbeitsvertrages. Ist der Arbeitgeber mit der Verringerung nicht einverstanden und teilt diese Entscheidung aber nicht rechtzeitig schriftlich dem Arbeitnehmer mit, so verringert sich die Arbeitszeit des Arbeitnehmers automatisch entsprechend seinen Wünschen.

Der Arbeitgeber kann den Teilzeitantrag ablehnen, wenn betriebliche Gründe dem Teilzeitwunsch des Arbeitnehmers entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt nach dem Gesetz insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Eine Ablehnung kann z.B. dann gerechtfertigt sein, wenn die Kunden des Arbeitgebers nur von einem Mitarbeiter betreut werden sollen. Auch hohe Kosten, die durch den Teilzeitwunsch entstehen, können einen Ablehnungsgrund darstellen, so z.B. bei hohen Kosten für die Ersatzkraft oder deren langen Einarbeitungszeit.

Während der Elternzeit kann ein Teilzeitantrag nur aus dringenden betrieblichen Gründen vom Arbeitgeber abgelehnt werden. Ein solcher Ablehnungsgrund liegt z.B. vor, wenn keine ausreichende Beschäftigung besteht, weil zuviel Personal im Betrieb vorhanden ist. Besteht für den gesamten betreffenden Betrieb ein Vollzeitkonzept, so stellt dies auch einen dringenden betrieblichen Grund für die Ablehnung dar.

Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Daher ist es ratsam, den Inhalt des Erörterungsgespräches zu dokumentieren, indem man Zeugen (z.B. ein Betriebsratsmitglied) hinzu zieht. Die Dokumentation sollte der Personalakte des betreffenden Arbeitnehmers beigefügt werden.