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Abmahnung

Was hat eine Abmahnung zu bedeuten?


Manchmal kommt die Abmahnung aus dem heiterem Himmel. Eine Abmahnung kann eine Kündigung vorbereiten. Darum Vorsicht! Ist die Abmahnung in Ihrem Fall gerechtfertigt?

Die Abmahnung hat den Zweck, dem Arbeitnehmer ein ganz konkretes Fehlverhalten vorzuhalten. Die Abmahnung soll dem Arbeitnehmer deutlich machen, welchen Fehler er begangen hat (z.B. unentschuldigtes Fehlen, verspätete Krankmeldung, Beleidigung von Kollegen usw.). Dazu muss die Abmahnung das abgemahnte Verhalten ganz konkret benennen und im Einzelnen bezeichnen. Floskeln reichen nicht aus.

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber vor Ausspruch einer verhaltensbedingten Kündigung verpflichtet, den Arbeitnehmer abzumahnen.

Gekündigt werden kann dann, wenn der Arbeitnehmer das abgemahnte Verhalten wiederholt bzw. es nicht unterlässt. Wenn der Arbeitnehmer vorher wegen eines anderen Verhaltens abgemahnt wurde, kann nach vorangegangener Abmahnung nicht gekündigt werden. Eine Abmahnung ist bei einer Straftat zu Lasten des Arbeitgebers (z.B. Diebstahl, Unterschlagung usw.) dagegen entbehrlich. In diesen Fällen kann der Arbeitgeber sofort und ohne Abmahnung kündigen.

Die Abmahnung wird regelmäßig wirkungslos, wenn zwischen ihr und dem erneuten Verstoß ein Zeitraum von zwei Jahren liegt. Bei geringeren Verstößen kommt nur ein kürzerer Zeitraum (ca. sechs Monate) in Betracht.

Die Abmahnung muss nicht schriftlich erfolgen. Sie kann auch mündlich abgegeben werden. Die Abmahnung ist aber zur Personalakte zu nehmen.

Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte, wenn die Abmahnung zu Unrecht erfolgte. Die Abmahnung kann der Arbeitnehmer durch die Arbeitsgerichte prüfen lassen.