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Ablauf eines Arbeitsgerichtsprozesses

Überblick


Viele Mandanten wissen nicht, was in einem Arbeitsgerichtsverfahren auf sie zukommt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen daher einen kurzen Überblick, wie ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht ablaufen könnte.


Bitte bedenken Sie aber, dass der nachfolgende Ablauf einen Normalfall ohne Besonderheiten darstellt. Abhängig vom Einzelfall und je nach Rechtsgebiet kann es in Ihrem Fall zu deutlichen Abweichungen von diesem skizzierten Ablauf kommen.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung sollten Sie darauf achten, alle Daten und Unterlagen, (z.B. Verträge, Briefwechsel, Mahnungen) die mit dem Fall zu tun haben, zu sammeln. Am besten wäre es, sich den chronologischen Ablauf der Ereignisse zu notieren. Notieren Sie auch die Datumseingänge von Briefen usw., damit evtl. zu beachtende Fristen berechnen werden können.

Das erste Beratungsgespräch beim Anwalt

Das erste Beratungsgespräch mit uns sollte gut vorbereitet werden. Wir werden Sie dort um eine kurze Schilderung der Ereignisse bitten. Wir möchten dabei von Ihnen insbesondere wissen:

  • Was ist passiert?
  • Wer ist beteiligt?
  • Welches Ziel verfolgen Sie?
  • Was haben Sie für Unterlagen bzw. Zeugen?

Sie sollten alle Ihnen bekannte Fakten wahrheitsgemäß nennen. Nur wenn wir alle Fakten kennen, können wir die Erfolgsaussichten Ihres Falles einschätzen. Dabei kann sich aber auch ergeben, dass wir von einer Klage abraten, weil Ihr Fall keine Aussicht auf Erfolg hat.

Kostenberatung

Als nächstes erklären wir Ihnen, welche Kosten auf Sie zukommen können.

Zu den Kosten gehören neben unserem Honorar auch die Gerichtskosten, die je nach Ausgang des Verfahrens anfallen. Je nach Ausgang und Verlauf fallen auch die Kosten der Gegenseite (z.B. Anwaltskosten vor dem LAG, Sachverständigengebühren usw.) an. Wir müsssen das Prozesskostenrisiko, also die möglichen Kosten Ihres Falles, mit Ihnen besprechen.

Grundsätzlich muss im Arbeitsgerichtsverfahren in der I. Instanz jede Partei ihre Kosten des Verfahrens tragen. In der zweiten Instanz entscheidet dagegen das zuständige Landesarbeitsgericht, welche Partei die Kosten des Rechtsstreites zu tragen hat.

Regelmäßig verlangen wir auch einen Vorschuss.

Sind Sie rechtschutzversichert? Dann benötigen wir die Daten Ihrer Rechtsschutzversicherung sowie Ihre Mitgliedsnummer. Wir klären dann für Sie, ob Ihre Versicherung bereit ist, die Kosten des Falles zu übernehmen.

Sind Sie dagegen nicht in der Lage, die Kosten des Gerichtsverfahrens selber zu tragen, können Sie Prozesskostenhilfe für das Gerichtsverfahren beantragen. Das zuständige Gericht prüft hierzu Ihre finanzielle Situation und die Erfolgsaussichten der Klage.

Kommt keine der beiden Alternativen in Betracht, müssen Sie die Kosten des Gerichtsverfahrens selbst tragen.

Versuch der außergerichtlichen Einigung

Im Normalfall werden wir Ihnen vorschlagen, den Streit zunächst ohne eine Klage beizulegen. Dafür wird üblicherweise ein Schreiben an die Gegenseite verfasst, in dem Ihre Forderungen benannt und begründet werden. Sollte die Gegenseite hierauf nicht eingehen, ist im nächsten Schritt zu überlegen, ob die Klage eingereicht werden soll.

Gerichtsverfahren

Entscheiden Sie sich dafür, eine Klage zu erheben, wird zunächst eine Klage oder Antragsschrift von uns verfasst. Darin stellen wir die Fakten dar und führen alle Argumente an, die Ihre Forderungen begründen. Das Gericht leitet dann die Klage an die Gegenseite weiter und bestimmt einen Gütetermin. In diesem Termin unterbreitet das Gericht regelmäßig einen Vorschlag zur Einigung. Bei der Güteverhandlung werden Sie zwar von uns vertreten. In den meisten Fällen ordnet das Gericht aber Ihre persönliche Anwesenheit an.
Scheitert die Güteverhandlung, werden den Parteien zumeist Fristen für ihren Sachvortrag vorgegeben. Die Gegenseite erhält nun auch die Möglichkeit zur Erwiderung. Das Gericht bestimmt zudem einen Kammertermin. In der Verhandlung tragen die Parteien ihre Argumente für ihre Position vor. Falls die Tatsachen nicht eindeutig sind, kommt es zu einer Beweisaufnahme. Dort werden dann die Zeugen oder Sachverständigen angehört.

Urteil

Das Urteil wird regelmäßig am Anschluss zum Kammertermin verkündet. Die Parteien bekommen das vollständig abgefasste Urteil zugeschickt.

Falls die Klage keinen Erfolg hatte, sollte sorgfältig geprüft werden, ob eine Berufung gegen das Urteil in Betracht kommt.